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Letztes Update: 09.03.2010
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Die Da³wa-Methoden der Propheten


Der Qur-an berichtet uns in zahlreichen Suren von den Geschichten der vorausgegangenen Propheten. Ohne Zweifel begann die Dawa-Arbeit mit dem ersten Propheten Adam(as) und erstreckt sich bis in unsere Zeit. Wenn dem so ist, dann sind diese Geschichten für uns Beispiele, die uns aufklären und uns den richtigen Weg zeigen sollen. Und so deutet der Qur-an auf diese Tatsache hin

„In den Geschichten über sie (die früheren Propheten) ist fürwahr ein mahnendes Beispiel für die Einsichtigen“. (Sure Yusuf, 12:111)
„All das berichten wir dir von den Geschichten der Gesandten, damit wir dadurch dein Herz festigen.“ (Sure Hud, 11:120)
Dann redet Allah alle Muslime an:
„Ihr habt doch ein schönes Beispiel an Abraham und den Seinigen...“ (Mumtahana, 60:4).
Anschließend wollen wir die Art und Weise der Dawa-Arbeit betrachten, und zwar am Beispiel des Propheten Noah, Friede sei mit ihm:
Er sagte 'Mein Herr! Ich habe mein Volk bei Nacht und bei Tag aufgerufen, doch mein Aufruf hat sie nur darin bestärkt, (von mir) zu fliehen. Und wahrlich, jedesmal, wenn ich sie aufrief (und erklärte), dass Du ihnen vergibst, steckten sie ihre Finger in ihre Ohren und hüllten sich in ihre Gewänder, und widersetzten sich in Anmaßung und Hochmut. Daraufhin habe ich sie öffentlich aufgerufen. Dann habe ich fürwahr offen und insgeheim mit ihnen gesprochen, indem ich (zu ihnen) sagte ‚Bittet euren Herrn um Verzeihung. Er ist ja fürwahr der Allverzeihende!‘' (Sure Nuh,71:5-10)

Allah zeigt uns in diesen Versen, dass die Propheten verschiedene Methoden angewendet haben und keineswegs immer nach demselben Verfahren vorgegangen sind. Nun wollen wir die Methoden der Gesandten Gottes einmal analysieren. 

a) Bereitschaft zur Dawa
Um die Last der Dawa tragen zu können, bedarf es einer hohen Bereitschaft auf geistiger, körperlicher und auf der Wissens-Ebene. Die Propheten(as) haben diese Eigenschaften nicht von sich aus erworben. Allah(swt) Selber hat sie unterrichtet und für die Dawa vorbereitet. Zum Beispiel hatte Moses von Anfang an einen hohen Gerechtigkeitssinn. Er konnte Unrecht nicht ausstehen. Aus diesem Grunde tötete er vor seiner Auswanderung aus Ägypten einen Menschen. Aber er war zu dieser Zeit noch nicht bereit, auf höherer Ebene Tabligh zu machen. Er hatte zwar einen starken Iman, aber wenig Erfahrung. Allah(swt) hat ihn aus dieser Gesellschaft entfernt und ihn in die Wüste gehen lassen, damit er dort erzogen werde. Nach einer Weile war Moses(as) nun bereit, die Last der Dawa zu tragen und kehrte zurück nach Ägypten.

b) Dawa von Grund auf beginnen
Alle Propheten haben bei Grundsätzen angefangen und zunächst auf Allahs(swt) Existenz und Seine Einheit hingewiesen. Zu allen Zeiten gab es Unterdrücker und Unterdrückte. Hätten die Propheten um den Islam zu verbreiten, die Unterdrückten gegen die Unterdrücker aufgehetzt und sie zum Krieg angestiftet, dann hätte die Mehrheit der Unterdrückten gegen die Minderheit der Unterdrücker vielleicht gewonnen und die Propheten hätten jetzt erst begonnen, die Einheit und Existenz Gottes zu predigen. Aber Allah(swt) hat Seine Propheten niemals zu Derartigem aufgefordert. Die Propheten hätten auch als Sitten-Wächter auftreten können und die Personen mit schlechtem Charakter überall kritisiert. Dann hätten sich um sie nur die Personen mit gutem Charakter versammelt und sie hätten nur zu diesen predigen können. Aber auch das hat Allah nicht gewollt. Bei beiden Situationen wäre der Einheitsglaube erst an zweiter Stelle gekommen und das ist ein Weg, der sicher falsch ist. Denn im ersten Beispiel bezieht sich die Zusammengehörigkeit auf die Unterdrückung und im zweiten Beispiel auf die charakterlichen Eigenschaften. Es gibt aber nichts, was mehr verbindet als Lailaha illAllah

c) Heimliche Dawa
Die Geschichte lehrt uns, dass es immer Menschen geben wird, die die Dawa an sich oder die Leute, die sich mit Dawa befassen, bekämpfen wollen. In so einem Fall ist es unsinnig, trotzdem öffentlich zu predigen. In einem Beispiel sagt der Prophet Noah(as) zu Allah(swt): ‚Dann habe ich fürwahr offen und insgeheim mit ihnen gesprochen.‘ (Sure Nuh, 71:9)

d) Öffentlich Dawa
Wenn keine Lebensgefahr droht oder der Dawa durch öffentliches Predigen nicht geschadet wird, dann besteht kein Grund mehr zum Verstecken. Wieder können wir Noah(as) als Beispiel nehmen: ‚Daraufhin habe ich sie öffentlich aufgerufen.‘ (Sure Nuh, 71:8-9)

e) Auswanderung oder Flucht bei der Dawa
Wenn keine Dawa-Möglichkeit mehr gegeben ist und das Volk auf Unterdrückung setzt, dann zwingt das die Propheten, neue Methoden zu suchen. Sie ändern dann auf Allahs Wunsch ihren Aufenthaltsort, und machen dort ihre Dawa. ‚...und er (Abraham) sagte Ich werde um meines Herrn willen auswandern...‘ (Sure Ankabut, 29:26)

     

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