Buschra

Wenn ich über meinem Weg zum Islam schreiben soll, muss ich dazu sagen, ich hatte damals „Glück“, dass viele „Muslime“ (oder welche, die sich als solche ausgaben) ihren Weg zum Islam noch nicht gefunden hatten.  Denn genau diese Muslime spornten mich damals dazu an, etwas über den Islam zu erfahren, zu lernen. Als ich im Jahr 2000 – mit 16 Jahren – zum Islam konvertierte, dachte ich mir:

„Was für ein Glück du doch hast, jetzt in einer Gemeinschaft aufgehoben zu sein, die aus Brüdern und Schwestern besteht, die gottesfürchtig, großherzig und respektvoll sind“.

Doch dann wurde mir immer schneller bewusst, dass dies mit Glück nichts zu tun hatte, sondern es war der Wille Allahs(swt), der mich immer mehr und mehr in den Islam zog.

Und Allah(swt) spricht im Qur-an: „Und Allah ladet zur Wohnstatt des Friedens und leitet, wen Er will, auf den geraden Weg. “ [10:25]

Ich habe die ersten 14 Jahre meines Lebens mit meiner katholischen Familie in einem Dorf gewohnt, das aus nicht mal 2000 Einwohnern bestand. Darunter befanden sich etwa 4-5 nicht- deutsche Familien, eine davon waren wir. Obwohl meine Eltern (französischer Vater, Kroatische Mutter) beide Ausländer sind, wuchsen wir doch in einer „deutschen“ Gesellschaft auf – wir sprachen immer deutsch, hatten deutsche Freunde usw.

Bis etwa zu meinem 12. Lebensjahr haben meine ältere Schwester (damals 14) und ich unser Dorf nur verlassen, um in der nächst-größeren Stadt mit unseren Eltern einkaufen zu gehen. Aber dann sind wir immer öfter auch ohne unsere Eltern in die „Stadt“ gegangen und lernten sehr schnell einige ugendliche kennen. Die meisten von ihnen waren türkischer oder bosnischer Herkunft, hatten also muslimische Eltern.

Wir freundeten uns mit ihnen an und fühlten uns sehr zu ihnen hingezogen. In dieser Zeit hörte ich zum ersten Mal vom Islam. Davor hatte ich nicht einmal gewusst, dass es außer dem Christentum überhaupt noch andere Religionen gab. Allerdings erzählten uns unsere neuen Bekannten nicht wirklich etwas über den Islam, man bekam nur ganz nebenbei mit, dass sie anders als wir waren. Dies erfuhren wir, indem sie z.B. ganz nebenbei erwähnten, dass sie kein Schweinefleisch essen würden, oder dass sie in der Weihnachtszeit keine Geschenke einkaufen wie wir, dafür dann aber plötzlich von „Bayram oder 3Eid“ redeten, usw. Diese Kleinigkeiten, die sie von uns unterschieden machten meine Schwester und mich neugierig. Allerdings redeten auch wir nicht viel über Religion, Gott usw. Obwohl ich mir immer ganz sicher war, dass es einen Gott gab und auch daran glaubte. Ca. ein Jahr später lernte meine Schwester ihren Freund (heutigen Mann) kennen, der ihr mehr und mehr vom Islam erzählte, ihr deutsche Bücher mitbrachte und versuchte, ihre Fragen zu beantworten.


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